Kleingärtner Schorsch, der König der Garten-Scholle, erzählt
Hinweis: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Zwischen die Jahre und danach
Tachgesacht, dat, wat inne Übberschrift steht, is ja eigentlich Quatsch. Wie lange dat „zwischen die Jahre“ is, konnte mir kein noch so gebildeter Mensch erklärn. Gemeint is wohl die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Da sollte dat eigentlich ruhich zugehn, ohne Stress. Wat abber meist nich der Fall is. Hasse wenich Zeit zum Einkaufen, die Läden sind proppe voll und dann noch die reine Zeitverschwendung bein Umtausch vonne Geschenke.
Und, nich zu vergessen, auch noch reichlich dumme Sprüche und spezielle Begebenheiten, wenne unterwechs bis. Gezz werd ich euch mal wat erzähln, wat ich diesmal zwischen die Jahre auffet Ohr zu hörn gekricht hab.
Bei mir ging dat schon los an zweiten Weihnachtstach. Bei herrlichen Wetter, blauen Himmel und richtich schön kalt, ham wir nachen Mittachsessen mitte Familie ein Spaziergang bis inne Gartenanlage gemacht. Und, wie nich anders zu erwarten, ham wir dann inne Anlage den ein und andern Kumpel, teils in Begleitung vonne bessere Hälfte, zu Gesicht bekommen. Meist blieb dat bei allgemeine Weihnachtsgrüße, bisken wat Smolltolk und gut war dat.
Doch dann tauchte plötzlich Herrman aus sein Garten vor uns auf. Herrman, Nickname Herr Mann, wegen die zwei R und nur ein N in sein Vornamen, is für seine dummen Sprüche bekannt. So auch diesmal, kurzer Weihnachtsgruß und dann platzte et förmlich aus ihn raus. „Ey, Leute, habt ihr euch auch die Bäuche vollgeschlagen und wat zugenommen?“ Wir sahn ihn verständnislos an. „Ne, bei uns passen die Klamotten noch“, konterte Sohnemann, „damit ham wir keine Probleme“. „Okey, okey“, erwiderte Herrman und haute dann ein raus, der uns die Sprache verschluch. „Wichtig an Tach nach Weihnachten is, die Waage um 5 Kilogramm zurückzustelln, dann krichste nich son großen Schock wegen die Zunahme von Gewicht“, teilte Herrman uns mit ein breiten Grinsen mit. Dat war zu viel des Guten, hastich verabschiedeten wir uns und suchten schnell dat weite. Wird abber noch besser.
Zwei Tage später, wie geden Sonntach auch, begab ich mich zum letzten Frühschoppen in den Jahr. Widder richtich knackich kalt, abber der Jahreszeit entsprechend. Auffen Wech vom Parkplatz zum Vereinsheim kam mir ein Pärchen entgegen, Verena und Maik. Nach einer kurzen Begrüßung sacht Maik: „Wir ham noch wat im Auto vergessen. Schorsch, halt mir ein Plätzken anne Theke frei“, wat ihn ein bösen Blick vonne Verena einbrachte. „Los, mach hinne, mir is arschkalt“, raunzte Verena Maik an und ging zügich Richtung der ihrn Auto, Maik trottete hinterher.
Im Vereinsheim angekommen bestellte ich nache allgemeine Begrüßung ersma ein Käffchen und setzte mich an den Tisch, an dem schon unsern Vorsitzenden saß. Dauerte nich lange dann kamn Verena und Maik rein. Nachdem die ihre Mäntelchen abgelecht hatten richteten sich alle Augen auf Verena. Ein paar Kumpel hatten richtich Stielaugen. „Hi, Verena, kommse ausse Sommerfrische“, sacht Uli, der als erster reagierte. Der Grund war offensichtlich, sie hatte ein Autfit an, dat numal garnich anne Witterung angepasst war, Schuhe wie für ein Discobesuch, ne hautenge Leggins (Typ „Arsch frist Hose“) und ein bauchfreiet, tief dekolletiertet Top. Also genau dat richtige für Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. „Ne, dat habbich angezogen, weil wir nachher in ein Musical gehen und ich keine Lust hab, mich nomma umzuziehen“, sacht Verena und bestellt ein Kaffee, offensichtlich um sich innerlich aufzuwärmen. Udo setzte noch ein drauf: „Ja ja, die Jugend, zu faul sich einmal mehr umzuziehen dafür lieber sich den Arsch abfriern“. Verena konterte: „Ihr Kerle kloppt euch ja auch das eiskalte Bier in Hals obwohl dat draußen so richtich kalt is“. Die Antwort von Uwe kam Postwendend: „Wat interessiert uns die Außentemperatur, Hauptsache dat Pils hat die richtige Temperatur und sorcht für kein Brand in Hals“. Die Kumpel anne Theke quittierten den Ausspruch mit ein breiten Grinsen.
Kommt noch wat. Ein paar Tage später machte ich ein Rundgang durche Anlage, et hatte bisken wat geschneit, so um die zwei Zentimeter. Die Gärten sahen aus, wie man sich dat in Winter vorstellt. Plötzlich hörten meine Ohrn ein mir bestens bekanntes Geräusch, ein Gebläse. Dem Geräusch ging ich nach und beie Parzelle von Jupp angekommen sah ich, wie der dabei war, seinen Wech zur Laube und die Terrasse mittels eines Laubbläsers vom Schnee zu befreien. Zur seiner Ehrenrettung sei gesagt, auch ein Besen stand griffbereit. Wohl um den Laubbläser zu ersetzen, wenn der Akku sein Geist aufgegeben hat. „Hey Jupp“, rief ich übbern Zaun, „lass doch den Schnee liegen, sieht einfach besser aus“. Und wat krichte ich zur Antwort: „Schorsch, hasse noch nie wat vonne Räumpflicht gehört. Außerdem wär et schön, wennet endlich widder wärmer würde, dann bräuchte ich mich nich mehr mit dat weiße Kaospulver, er meinte wohl den Schnee, rumzuplagen“. Ich schüttelte nur mitten Kopp und machte mich zügich vom Acker.
So sind die Kleingärtner numal, denen kannste nix recht machen, schon garnich inne kalte Winterzeit und bei die Feiertage.
© by F.W. 01/2026
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